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Die Direktion Kriminalpolizei/Landeskriminalamt

ist zuständig für die Verfolgung und Bearbeitung der Straftaten aus den Bereichen der Gewaltdelikte, der Strukturdelikte, der Wirtschafts- und Vermögenskriminalität sowie des Staatsschutzes. Zu jedem Bereich gibt es eine Abteilung, die sich zusätzlich in verschiedene Sachgebiete/Kommissariate unterteilt. Damit diese vier Abteilungen ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen können, gibt es zwei weitere Abteilungen in der Direktion: die zentrale Ermittlungsunterstützung sowie die Abteilung der Spezialeinheiten.
Weitere Kernaufgabe ist die Kriminalprävention. Hierdurch wird versucht, die Bürger über aktuelle Tatbegehungsweisen zu informieren, sodass sie erst gar nicht Opfer von Straftaten werden. Insgesamt arbeiten in der Direktion Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meist in ziviler Kleidung und nicht in Uniform. Die Dienstzeiten richten sich nach den Erfordernissen, werden aber in der Regel zu den üblichen Geschäftszeiten absolviert.
Alle Beschäftigte verfügen über spezielle Kenntnisse zum jeweiligen Tätigkeitsfeld; deshalb gibt es neben den Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamten viele andere, die aus völlig anderen Berufszweigen stammen.
In Bremen nimmt die Kriminalpolizei auch die vielfältigen Aufgaben des Landeskriminalamtes wahr.
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Christian M., Kriminalkommissar vom Dienst

Ich fand den Beruf des Polizisten immer sehr aufregend und bewarb ich mich daher 2003 bei der Polizei Bremen. Ich habe Bremen ausgewählt, da ich in einer Großstadt arbeiten wollte und in Bremen sicher gehen kann, dass ich zudem nicht innerhalb des Bundeslandes weit weg von meinem Zuhause versetzt werde. 2006 beendete ich die spannende und abwechslungsreiche Ausbildung mit dem Abschluss als Diplom Verwaltungswirt.
Nach der Ausbildung starte ich meine Laufbahn bei der Bereitschaftspolizei. Hier sind mir insbesondere die Wochenenden an der Bremer Discomeile, spannende Fussballeinsätze aber auch der Einsatz zum G8 Gipfel in Heiligendamm in Erinnerung geblieben. Obwohl mir die Zeit in der Bereitschaftspolizei sehr gefallen hat, habe ich 2007 die Chance genutzt und habe mich in eine Ermittlungsgruppe im Zusammenhang mit der Bremer Discomeile versetzen lassen. In der Ermittlungsgruppe haben wir uns hauptsächlich um Straftaten im Zusammenhang mit der Discomeile gekümmert. Wir haben dazu beigetragen, dass die Discomeile nicht zu einem rechtsfreiem Raum wird. Dies führte sogar dazu, dass wir einige Discotheken in Zusammenarbeit mit dem Stadtamt schließen lassen mussten und einige Gäste dauerhafte Platzverweise für die Discomeile erhielten.

2008 hatte ich mich entschlossen, den Weg in Richtung der Kriminalpolizei beizubehalten, und so absolvierte ich die Zusatzausbildung zum polizeilichen Ermittler.
Danach wurde ich dann Sachbearbeiter bei der Kriminalpolizei in der Abteilung 3. Dort bearbeitete ich Delikte wie Raub und Erpressung. Meine meisten Fälle beschäftigten sich mit Überfällen von Spielotheken, Tankstellen und anderen Geschäften.
Eine Zeit lang war ich auch verantwortlicher Aktenführer einer Ermittlungsgruppe. Hier haben wir mit Kollegen aus Niedersachsen zielgerichtet eine bekannte Tätergruppe verfolgt und letztlich auch inhaftieren können. Die Täter konnten wir während des Versuchs eines erneuten Überfalls durch Spezialeinheiten festnehmen lassen.

Von 2010 bis 2012 wechselte ich dann als Sachbearbeiter in den Kriminaldauerdienst (KDD).
Der KDD bearbeitet außerhalb der allgemeinen Geschäftszeiten alle bedeutsamen Straftaten, für die die Kriminalpolizei zuständig ist. Muss bei Fällen etwas sofort durch die Kriminalpolizei ermittelt oder durchgeführt werden, kümmert sich der KDD darum und gibt am Folgetag den Fall für die weitere Bearbeitung an das jeweilige Fachkommissariat. Da man hier im 24h Schichtbetrieb arbeitet, muss man zwar auch nachts und am Wochenende arbeiten, dafür ist man aber am Puls der Zeit. Passiert etwas aufregendes in der Stadt, ist man meist live vor Ort. Tötungsdelikte, Raubüberfälle, größere Auseinandersetzungen mit Messern und Schusswaffen, Suizide aber auch Sexualdelikte sind mir hier in dieser abwechslungsreichen Zeit begegnet.

Nach der Zeit im Kriminaldauerdienst habe ich meine bislang erworbenen Kenntnisse als Praxistrainer an die Auszubildenden weitergegeben. Das war auch eine spannende Zeit, weil man sich wieder an die eigene Ausbildung erinnert hat, die einfach Spass gemacht hat.

Anschließend bin ich wieder zurück in mein altes Aufgabengebiet als Sachbearbeiter für Raub- und Erpressungsdelikte gewechselt.
Ende 2012 habe ich mich für den Nachwuchspool der Führungskräfte beworben, um später einmal Sachgebietsleiter zu werden. Nach einer anschließenden Projektleitung wurde ich dann in einem Sachgebiet als stellvertretender Leiter eingesetzt und hatte während dieser Zeit auch mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und Europol zu tun.

Seit September 2014 bin ich nun wieder im Kriminaldauerdienst tätig, diesmal als Kriminalkommissar vom Dienst. Das bedeutet, dass ich die diensthabende Schicht des KDD leite.

Die Aufgaben gestalten sich für mich so aufregend und vielfältig, dass ich immer wieder mit großer Freude meinen Dienst antrete. Insbesondere die dramatischen und teilweise öffentlichkeitswirksamen Fälle mit denen man zu tun hat, haben mich niemals meine Berufswahl bereuen lassen. Wenn etwas spannendes in der Stadt passiert ist die Polizei meist vor Ort.